03 Aug. 2009
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Eine IDE(integrated development environment), auf Deutsch Integrierte Entwicklungsumgebung, ist ein Anwendungsprogramm zur Softwareentwicklung, welches euch einiges an Komfort beim Programmieren bietet. Einen kurzen Abriss der Geschichte der IDE und welche  Komfortmöglichkeiten es genau gibt, möchte ich euch heute vorstellen.

Geschichte der IDE:

Die erste IDE war die Maestri I (Ursprünglich Programm-Entwicklungs-Terminal-System PET) welche von Softlab(heute Cirquent GmbH) entwickelt und im Jahr 1975 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. In den 80er Jahren kamen weitere Entwicklungsumgebungen für die Standardprogrammiersprachen der 3. Generation hinzu, wie z.B. Turbo Pascal, sowie im weiteren Verlauf der 80er auch einige für Programmiersprachen der 4.Generation, wie .z.B. Natural. Im Jahr 1995 vereinigte Microsoft seine bis dahin getrennten Produkte Visual Basic, Visual C++, Visual FoxPro und Source Safe in eine IDE und die Version 4.0 des Visual Studios war geboren.  Heutzutage gibt es viele freie IDEs mit denen auch in professionellen Umfeldern entwickelt wird. Allen voran ist hier Eclipse zu nennen, auf das auch Netbeans aufbaut.

Kommen wir nun zu den Komfortmöglichkeiten, die euch eine DIE bieten kann.

Versionsverwaltung:

In vielen IDEs ist eine Versionsverwaltung schon vorhanden und ihr müsst nicht von außen ein Programm laufen lassen, dies erledigt die IDE ganz alleine für euch. Bei vielen IDEs ist schon Subversion eingebaut, welches komfortable Versionsverwaltung ermöglicht. Ein Video Tutorial für Eclipse findet ihr z.B. hier.

Automatische Vervollständigung:

Die IDE versucht eure Eingaben sinnvoll zu ergänzen und schlägt euch Befehle, Variablen- oder Klassennamen vor die zu dem eingegebenen Kontext passen. Die Darstellung erfolgt meistens in einer Dropdown-Liste.

dropdown

Die Automatische Vervollständigung ist dahingehend sinnvoll, dass ihr z.B. keine Fehler mehr macht durch falsche Groß- / Kleinschreibung, da die IDE den genauen und somit richtigen Namen einer Klasse/Funktion/Variable kennt. Bei Microsofts Produkten hat dieses Feature einen besonderen Namen: IntelliSense. Eine Automatische Vervollständigung im nicht Programmierbereich ist sicher jedem bekannt: T9 bei Handys, dort herrscht in etwa das gleiche Prinzip vor.

Kontrolle des Quelltextes:

Die meisten IDEs kontrollieren euren Quelltext bevor ihr ihn kompiliert, das erspart euch einiges an den typischen Try &Error Fehlerfindungen á la Kompilieren -> Fehler korrigieren -> Kompilieren -> neuen Fehler korrigieren…. .

Farbliche Hervorhebung des Codes:

Um euch als Entwickler eine bessere Übersicht bezüglich des Quelltextes zu gebe, wird dieser automatisch farblich hervorgehoben, indem z.B. Klassen eine eigene Farben, sowie Funktionen / Methoden eine eigene Farbe haben. Zugegeben, dieses Feature gibt es schon länger und auch in vielen Texteditoren, aber man möchte es einfach nicht missen.

Debugger:

Ihr könnt eure Programmlogik Schritt für Schritt durchlaufen und seht auch gleich welche Werte eure Variablen zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzen. Das Debuggen ist besonders, wie der Name schon verrät, für die Fehlersuche geeignet.

GUI:

Die meisten IDEs sind selbst mit einem GUI (Graphical User Interface) ausgestattet, bieten aber auch die Möglichkeit eure Anwendungen mit einem GUI auszustatten, welches z.B. durch Drag & Drop von GUI Elementen sehr viel einfacher von der Hand geht als die pure Programmierung einer GUI.

Unterstützung mehrere Programmiersprachen:

Momentan läuft alles darauf hinaus, dass es nicht eine IDE für eine Programmiersprache gibt, sondern das eine IDE eine Vielzahl von Programmiersprachen unterstützt und modular erweiterbar ist.

Die Verbreitesten IDEs:

Eclipse:

Open Source und unsterstützt beinahe alle Programmiersprachen.

eclipse_editor

NetBeans:

Baut auf Eclipse auf, ist jedoch in meinen Augen Anwenderfreundlicher, besonders was die Installation und Erweiterung betrifft. Ist auch Open Source.

netbeans

Microsoft Visual Studio:

Proprietäre IDE  von Microsoft für die gängigsten Programmiersprachen und besonders C#.

sde_for_visual_studio__ce_-72212

Xcode:

IDE für Mac OS X , wird benötigt wenn man für Macs programmieren möchte (es gibt auch Alternativen), vorzugsweise in objective-c .

tools_xcode

Wenn ihr weitere Anregungen zu diesem Thema habt oder ein Thema für die Was ist … Reihe vorschlagen wollt, nutzt die Kommentare.

03. Aug. von Leon



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